Bilder: OW und CR

Gottesdienst zu Hause - Nr. 313

von Pastorin Jessica Jähnert-Müller, Klinikseelsorgerin MHH

Gottesdienst zum Mitnehmen

– ein Gottesdienst zu Hause und mit allen –
durch den Geist verbunden

Ausgabe 313 (17. Dezember 2025)

Was Sie brauchen:

  • Eine Kerze
  • vielleicht ein Evangelisches Gesangbuch (EG)
  • Zeit für Gott und sich
  • Das Faltblatt (PDF) oder diese Seite

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Stille

Gebet
Gott, durch deinen Geist sind wir vereint,
auch wenn wir gerade alleine sind oder uns allein fühlen.
So feiere ich jetzt diesen Gottesdienst. Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Impuls
Über den kahlen Winterfeldern türmten sich die dunklen Wolken. Ein Anblick faszinierend und erschreckend zugleich. Es sah ganz und gar nicht nach Licht aus – gestern auf der Fahrt von einem Ort zum nächsten.
Für mich war diese Aussicht ein Sinnbild unserer Zeit.
Die Nachrichten dieser Tage sind voll von Trostlosigkeit. Dunkle Wolkentürme, wohin ich auch blicke.
Und manchmal zeigt sich diese Dunkelheit nicht nur draußen oder in den Schlagzeilen, sondern auch ganz konkret – in den Fluren eines Krankenhauses. Dort, wo Menschen warten, hoffen, bangen. Wo man Licht dringend braucht, aber es manchmal nur schwach zu erkennen ist.
Ach dass du den Himmel zerrissest und führest herab …
Es ist der Sehnsuchtsschrei des Propheten Jesaja.
„O Heiland, reiß die Himmel auf!“ Friedrich Spee hat den Bibeltext in sein Adventslied einfließen lassen – mitten in den bitteren Zeiten des Dreißigjährigen Krieges – und für mich persönlich ist es eines der Lieder, die mich am meisten packen.
Kein fröhliches Klingeling. Es ist der bittere Ruf nach Gerechtigkeit. Es ist die Klage darüber, dass Weihnachten nicht kommt, obwohl es im Kalender steht.
Gerade im Krankenhaus, wo Menschen mit Schmerzen, Sorgen oder Abschieden ringen, bekommt dieser Ruf eine besondere Tiefe. Die Klage legt die Enttäuschung frei und bricht der Sehnsucht Bahn. Sie flieht nicht – auch nicht in einfache Antworten.
Friedrich Spee konnte den Terror seiner Zeit nicht stoppen, aber er konnte tun, was ein Einzelner tun kann: ihn anklagen.
Sein Trostschrei-Lied ist auch heute so erschütternd wahr wie damals – und vielleicht braucht unsere Welt, unsere Zeit, unser Krankenhaus genau diesen ehrlichen Schrei: „Reiß die Himmel auf! Komm uns nahe!“

Gesang (singen oder summen Sie das Lied „O Heiland reiß die Himmel auf“ (EG Nr. 7) oder ein Lied, das Sie mögen)

Vaterunser
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Segen
Gott segne uns und behüte uns,
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Gott erhebe sein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden. Amen.

Stille

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Bleiben Sie gesegnet und behütet!
Ihre Team der Dietrich-Bonhoeffer-Kirchengemeinde,
der Kirchengemeinde Groß-Buchholz und der ev. Klinikseelsorge der MHH