Bilder: OW und CR

Gottesdienst zu Hause - Nr. 148

von Pastor Rüdiger Sossna

Gottesdienst zum Mitnehmen

– ein Gottesdienst zu Hause und mit allen –
durch den Geist verbunden


Ausgabe 148 (19. Oktober 2022)

Was Sie brauchen:

  • Eine Kerze
  • vielleicht ein Evangelisches Gesangbuch (EG)
  • Zeit für Gott und sich
  • Das Faltblatt (PDF) oder diese Seite

Kerze anzünden

Stille

Gebet
Gott, durch deinen Geist sind wir vereint,
auch wenn wir gerade alleine sind oder uns allein fühlen.
So feiere ich jetzt diesen Gottesdienst. Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Psalm 3,9: Bei dem Herrn findet man Hilfe. Dein Segen komme über dein Volk!

Stille

Die Not des Königs David hat sich oft Luft gemacht in einem Psalm. Viele der Lieder sind aus einer ganz bestimmten bedrängten Situation heraus entstanden. Das lässt Rückschlüsse zu auf den Menschen David und auf seinen Glauben.
Psalm 3 zum Beispiel nimmt den Mund in neun Versen tüchtig voll. Von tausenden Feinden ist da die Rede. „Wie sind meine Feinde so viel“, „Du schlägst alle meine Feinde“, „Viele sagen von mir: Er hat keine Hilfe bei Gott“ und so weiter. Man könnte meinen, die ganze Welt habe sich gegen den König verschworen. Und tatsächlich. Vers 1 verrät, dass der Psalm entstand, als David vor seinem Sohn Absalom floh. Der hatte einen Teil des Volkes auf seine Seite gebracht und machte seinem Vater das Leben richtig schwer. David verließ Jerusalem, er musste fliehen - und schien aufgegeben zu haben. Es sah gar nicht gut aus mit seiner Regentschaft. Und in jener Zeit, vermute ich, hat er den Psalm gedichtet.
Doch der Spuk einer Revolte im Königshaus sollte ein schreckliches Ende haben. Absalom hatte einen lebensgefährlichen Unfall, die Soldaten des Königs beendeten das Leiden, und David trauerte um seinen Sohn, den Abtrünnigen. Der König kam anschließend recht zügig wieder auf seinen angestammten Thron, aber der Verlust seines Sohnes war ein harter Preis, den er zu zahlen hatte. Daraufhin hat er sogar eine lange Staatstrauer angeordnet.
Dass die Sache so ausgehen würde, hätte David sicher nicht gedacht, als er den Psalm mit folgenden Worten beschloss: „Bei dem Herrn findet man Hilfe. Dein Segen komme über dein Volk!“ (Psalm 3,9) David war sich sicher, dass Gott helfen kann und hilft. In den neun Versen von Psalm 3 kommt das Wort „Hilfe“ oder „helfen“ gleich dreimal vor. Doch nicht der Wunsch nach Rache und der Vernichtung aller Feinde steht am Ende des Psalms, sondern die Bitte um den Segen Gottes für das Volk.
Segen bedeutet Gemeinschaft und Kraft. - Und hier zeigt der König Weitblick. Trotz der eigenen misslichen Lage ringt er um die Gemeinschaft Gottes mit seinem Volk und bittet um die lebensspendende Kraft und Gegenwart. Nicht ahnend, wie die Sache für ihn persönlich ausgeht, steht ihm doch das Wohl des Volkes an erster Stelle. Ein edler Zug!
Vorbildlich für das Leben heute. Alle Welt betreibt den Tanz ums eigene Ego bis zum Kollaps der Werte. Das „mir, meins, mich“ der Spaßgesellschaft ist unüberhörbar. Und auch so mancher Christ geht dem auf den Leim, mal mehr, mal weniger, manchmal auch nur für kurze Zeit, doch es passiert, oft auch nur schleichend.
Da tut es gut, Gottes Maßstäbe für seine Geschöpfe wieder in den Blick zu nehmen: Tut Gutes. Liebe deinen Nächsten. Bittet, für die, die euch beleidigen und verfolgen. Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat. Dienet einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat. Und vergessen wir nicht: Bei dem Herrn findet man Hilfe.
Sein Segen komme über uns.

Stille

Gesang (singen oder summen Sie das Lied aus dem Gesangbuch, EG Nr. 607 Vertrauen wagen dürfen wir getrost.)

oder

Gebet (zum Beispiel EG Nr. 814-932: suchen Sie sich ein für Sie passendes Gebet aus oder sprechen Sie frei, was Ihnen auf der Seele liegt.)

Vaterunser
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Segen
Gott segne uns und behüte uns,
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Gott erhebe sein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden. Amen.

Stille

Kerze löschen

Bleiben Sie gesegnet und behütet!
Ihre Dietrich-Bonhoeffer-Kirchengemeinde
und Kirchengemeinde Groß-Buchholz