Bilder: OW und CR

Gottesdienst zu Hause - Nr. 149

von Pastorin Heike Löhr

Gottesdienst zum Mitnehmen

– ein Gottesdienst zu Hause und mit allen –
durch den Geist verbunden


Ausgabe 149 (26. Oktober 2022)

Was Sie brauchen:

  • Eine Kerze
  • vielleicht ein Evangelisches Gesangbuch (EG)
  • Zeit für Gott und sich
  • Das Faltblatt (PDF) oder diese Seite

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Gebet
Gott, durch deinen Geist sind wir vereint,
auch wenn wir gerade allein sind oder uns allein fühlen.
So feiere ich jetzt diesen Gottesdienst. Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Johannes 5 „Die Heilung am Teich Bethesda“
5 Es war aber dort ein Mensch, der war seit achtunddreißig Jahren krank. 6 Als Jesus ihn liegen sah und vernahm, dass er schon so lange krank war, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden? 7 Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser sich bewegt; wenn ich aber hin-komme, so steigt ein anderer vor mir hinein.

Stille

Impuls
„Herr, ich habe keinen Menschen“, sagt der Kranke am Teich von Be-thesda – was für eine schreckliche Erfahrung! Seit 38 Jahren liegt er dort. 14.000 Tage sind das und ebenso viele Nächte und das, das wis-sen wir, ist noch schlimmer: Nächte, in denen das Leid und die Ein-samkeit noch schwerer wiegen als am Tag. Hoffnung hat der Kranke längst keine mehr. „Herr, ich habe keinen Menschen“, ein erschüt-ternder Satz. Wer als erster am Wasser ist, wenn es sich bewegt, der wird geheilt. So ist die damalige Vorstellung. Viele Kranke haben sich deshalb in den Säulenhallen versammelt. Blinde, Lahme, Ausge-zehrte. Das geballte Elend unseres menschlichen Lebens eben.
Doch auch unter den Kranken und Elenden gilt das Gesetz der Welt, dass sich jeder selbst der Nächste ist. Jeder will der Erste am Wasser sein und bis der Mann mit seinen Lähmungen am Teich ist, ist schon ein anderer da. Und er ist wieder zu spät. „Herr, ich habe keinen Menschen“ – was für eine schlimme Erfahrung. Wenn jemand, ob jung oder alt, mit seiner Not allein gelassen ist.
Wie viele gibt es auch heute, die so empfinden:
Ich habe keinen Menschen, mit dem ich reden kann.
Ich habe keinen Menschen, der mich besucht.
Ich habe keinen Menschen, der mich versteht.
Ich habe keinen Menschen, der mir hilft.
Menschen, denen es so ergeht, gibt es auch unter uns und vielleicht haben Sie auch schon einmal selbst diese Erfahrung gemacht.
Es ist eine bedrückende Feststellung. Dieser Satz „Ich habe keinen Menschen“, ist eine Aufforderung an uns, Augen und Ohren aufzu-machen und zu prüfen, ob da nicht auch in unserer Nähe Leute le-ben, die keinen Menschen haben. Ja, die vielleicht nicht einmal mehr diesen Hilferuf formulieren können „Ich habe keinen Menschen“.
Es gilt diese stummen Schreie zu hören, der einsamen Alten oder Jungen, der vernachlässigten Kinder, der chronisch Kranken.
Denn diese Menschen sind wichtig. Sie sind Jesus wichtig. Zu Ihnen geht er. Sie spricht er an:
„Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken“.

Stille

oder

Gesang (EG 419 Hilf, Herr, meines Lebens)

oder

Gebet

Vaterunser
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Segen
Gott segne uns und behüte uns,
Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.
Gott erhebe sein Angesicht auf uns und schenke uns Frieden. Amen.

Stille

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Bleiben Sie gesegnet und behütet!
Ihre Dietrich-Bonhoeffer-Kirchengemeinde
und Kirchengemeinde Groß-Buchholz